Wie übe ich richtig – Intonation und Klangfarbe

Wer mal Klavier gespielt hat kennt das Phänomen: Ich drück eine Taste und heraus kommt ein Ton, der immer der Gleiche ist, egal ob ich ihn um fünf in der Früh oder spätabends anschlage. Die Saiten des Klaviers sind im Idealfall stabil und verändern sich nur sehr langsam über lange Zeiträume.
Bei der Oboe ist das anders: Wir weichen unser Rohr ein, schauen aus dem Fenster. Es regnet. Wir spielen ein ‚a‘. Soweit so gut. Wir legen die Oboe kurz weg, stellen unsere Noten auf den Notenständer, die Sonne scheint und wir spielen noch ein ‚a‘ – aber diesmal klingt es irgendwie ganz anders!
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Völlig außer Puste – wohin mit der ganzen Luft?

Völlig außer Puste - wie atme ich richtig beim Oboe spielen?

Der wichtigste Aspekt beim Oboe spielen ist auch gleichzeitig der wichtigste Aspekt des Lebens: Richtig zu atmen. Wir können ziemlich lange ohne Essen, Trinken und Schlaf überleben. Wenn wir unsere Atmung einschränken, kann das allerdings ziemlich schnell fatale Folgen haben. Jeder Oboist, der schon einmal auf der Bühne gestanden hat kennt das Gefühl, dass sich im Körper breit macht, wenn man meint kurz vor dem Erstickungstod zu stehen. Das klingt jetzt ein wenig sehr dramatisch, aber tatsächlich gilt vor allem Eines: Wenn wir uns mit unserer Atmung wohlfühlen, ist Oboe spielen einfach. Im Umkehrschluss kann ein Konzert zur Qual werden, wenn wir unsere Luft nicht unter Kontrolle haben.
„Du musst tiefer einatmen Miriam, dann wird das Stück leichter!“ hat mein Lehrer in den ersten Stunden an der Hochschule zu mir gesagt. Prima, habe ich mir damals gedacht, dann ist das ja alles ganz einfach!
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Wo ist sie denn jetzt? Diese andere Musik mit Oboe?

Oboe in anderen Musikrichtungen

Schon in einem älteren Beitrag habe ich versprochen, dass ich eine Liste machen werde. Mit Musik aus Bereichen, in denen die Oboe nicht umbedingt typischerweise vertreten ist. Also, um die Sache auf den Punkt zu bringen: In Musik aus jedem stilistischen Bereich außer der Klassik!
Ja, das ist leider die traurige Wahrheit, dass unser wunderschönes Instrument (noch!) in so überschaubarem Maße zum Einsatz kommt. Falls ihr euch fragt warum das so ist, könnt ihr das in meinem Artikel „Jazz, Pop und Weltmusik – warum die Oboe scheinbar nur Klassik kann“ nachlesen. Heute nämlich, wollen wir diesen Fakt nicht bedauern – sondern widerlegen. Zumindest soweit das möglich ist.

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Macht Oboe spielen blöd?

Zugegeben – die Überschrift dieses Beitrags klingt etwas reißerisch. Aber keine Sorge, auf dem Niveau der Bildzeitung über Oboen-Themen zu schreiben ist unmöglich!
Tatsächlich ist mir kein besserer Titel eingefallen, denn dieser prägnante Satz bringt in Kürze das auf den Punkt, worum es hier geht.
Gibt man bei Google „oboe spielen“ ein, schlägt uns die Suchmaschine Schlagwörter vor wie „oboe spielen schädlich“ oder „oboe spielen macht dumm“

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Und was braucht man jetzt zum Oboe spielen?

Oboe... ein seltsames Instrument!

Als ich das erste Mal in meine Oboenstunde gegangen bin, habe ich nicht ansatzweise geahnt, was in den nächsten Jahren auf mich zukommen würde.
Für mich war das mehr so: Oboe klingt schön und es spielt nicht jeder – also wollte ich das einfach mal ausprobieren. Tja. Kurze Zeit später ist mir schon Eines klar geworden: Auspacken, zusammenbauen, loslegen – davon träumen die Oboisten während sie ihr Mundstück einweichen und neidisch auf die Flötisten schielen. Warum man trotzdem Oboe lernen sollte, hab ich ja schon in einem anderen Beitrag beschrieben. Heute soll es um die Dinge gehen, die man als Oboist braucht und von denen ich am Anfang, ganz ehrlich gesagt, nicht wirklich eine Ahnung hatte.
Also, ganz frei heraus gesprochen, beginnen wir mit der physischen Komponente: Wer kann Oboe lernen? Das ist einfach zu beantworten: Zunächst einmal jeder, der Lust darauf hat!
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Jazz, Pop und Weltmusik – warum die Oboe scheinbar nur Klassik kann

Die Glücklichen, denen schon einmal der wunderschöne Klang der Oboe zu Ohren kam, haben diese Erfahrung mit geradezu erstaunlich hoher Wahrscheinlichkeit in einem klassischen Konzert gemacht. Erstaunlich deshalb, weil es erstmal seltsam ist, dass die Oboe außerhalb der westlichen klassischen Musikszene keinen auch noch so kleinen Platz zu haben scheint. Zum Glück ist es aber nicht ganz so dramatisch, man muss eben wie so oft etwas genauer hinschauen.

Doch, wer hat denn eigentlich Schuld am Schattendasein der Oboe? Suchen wir einen Verantwortlichen, dem wir die Last dieser unbequemen Tatsache aufbürden wollen, dann finden wir diesen ganz eindeutig in der Klarinette. Da ist sie wieder – die böse Klarinette 😉 Man kann sie natürlich nicht direkt verantwortlich machen – aber seit die Klarinette, recht spät im musikgeschichtlichen Kontext, im 18. Jahrhundert immer beliebter wurde, haben die meisten Komponisten scheinbar keine Lust mehr gehabt, Werke für Oboe zu schreiben.
Was, meiner bescheidenen Meinung nach, natürlich kaum nachvollziehbar ist! …mehr

Die Oboe und die Ente – Warum wir so viel gemeinsam haben (und warum das auch gut so ist!)

Was ist das nun eigentlich mit dieser Ente? Und wieso steht dieser Wasservogel scheinbar in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Holzblasinstrument?
Hier zunächst mal die gängige Antwort auf diese Frage: „Schuld“ hat der bekannte Komponist Sergei Prokofjew. Er lebte von 1891 bis 1953 und hat mit seinem Werk „Peter und der Wolf“ dazu beigetragen, dass die Oboe über die Ländergrenzen hinaus auf den singenden Flügeln der Musik bekannt wurde – vor allem für eine ganz bestimmte Eigenschaft: Ihren quakigen Klang. In Prokofjews musikalischer Erzählung spielt die Oboe die Ente und wird am Ende vom Wolf aufgefressen.
Diese Geschichte ist also aus der Sicht eines Oboisten ziemlich tragisch und nicht gerade charmant, aber sehr praktisch, wenn man sich in Erklärungsnot befindet: „Kennen Sie Peter und der Wolf?“ „Ohja, natürlich!“ „Die Oboe ist die Ente!“ …mehr

Ich bin kein Klempner – ich bin ein Oboist!

„Ich muss noch dringend Rohre bauen“ – dieser Satz ist nicht nur was für Klempner

Wer einen Oboist kennt, hat ihn sicherlich schon oft gehört. Das Rohr ist das Mundstück und ein überlebenswichtiges Utensil… zumindest eben für Oboisten.
Ca. 7 cm ist es lang und besteht rein optisch von außen betrachtet aus einem Korkstück, ein paar lustig bunten Fäden und einigen wenigen Zentimetern Holz. „Arundo Donax“ heißt diese Bambusart.
Wir alle wissen schon, Oboisten sind extravagant und abgesehen davon, dass sich „Birke“ oder „Buche“ einfach langweilig anhört, ist „Arundo Donax“ auch eines der wenigen Hölzer, mit dem man mehr oder weniger funktionierende Rohre bauen kann. …mehr

Oboe – oder das „Schwierigste Instrument der Welt“

Ja tatsächlich – im Guiness-Buch der Rekorde stand die Oboe mal als schwierigstes Instrument. Neben dem Horn. Aber wieso eigentlich? Und was macht die Oboe so schwer?

Dazu muss man zunächst einmal wissen, was eine Oboe überhaupt ist. Die Oboe, wie ihr sie oben sehen könnt, ist ein Blasinstrument aus Holz. Sie sieht ähnlich aus wie die Klarinette, klingt aber ganz anders (Vorsicht, lobt nie einen Oboisten für sein wunderschönes Klarinettenspiel). Das ist so, weil das Mundstück der Oboe im Gegensatz zu dem der Klarinette ein Doppelrohr ist. Das bedeutet man hat zwei aufeinander schwingende Holzplättchen, die man zusammenbindet und unfassbar dünn schabt. Ihr könnt euch also vorstellen, dass die Öffnung zwischen den beiden Plättchen nicht besonders groß ist. mehr…

Ein Blog über die Ente unter den Instrumenten!

„Also, du kannst wirklich richtig gut Klarinette spielen!“

Jeder Oboist kennt dieses vermeintliche Kompliment. Früher oder später passiert es: Gerade hat man all seine Kräfte mobilisiert um diesem wunderschönen aber auch kratzbürstigen Instrument einige wohlklingende Töne zu entlocken, da hört man jene Worte wahlweise aus dem Mund eines Unbekannten oder der eigenen Großmutter. Ich kenne diese Situation auch sehr gut und manchmal habe ich mich fast ein bisschen geärgert. Denn jeder der schon einmal in eine Oboe geblasen hat, weiß, dass das mit Klarinettespielen nicht besonders viel zu tun hat. Eigentlich haben die beiden Instrumente ja fast gar nichts gemeinsam – außer dass sie eben ungefähr die gleiche Größe und Farbe haben. mehr…